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Kirchengemeinde Alt-Pankow / Bibelkreis


Café Abraham

Muslime und Christen reden über Gott und die Welt. Wir lesen Suren aus dem Koran in Arabisch und Deutsch, vergleichen mit Texten aus der Bibel oder dem Talmud und diskutieren.


NachbarschaftsEtage / Cafe Abraham
Freitag, 25. September 2020 | 17.30 Uhr
NachbarschaftsEtage Fabrik Osloer Straße
Saal (Aufgang B 1. Etage)
Osloer Straße 12 · 13359 Berlin

Erasmus-Erfahrung und Frau sein in Istanbul
Workshop und Diskussion
Isra Mohamed, zu Hause in Jena, Berlin und Hamburg, studiert in Potsdam Politologie. Im Rahmen des Esrasmus-Programms war sie von September bis April 2020 in Istanbul, um vor Ort Material für ihre Bachelorarbeit zu sammeln: Frauen und Frauenbewegungen in der Türkei.
In dieser Zeit erlebte Isra hautnah die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen im Land. Das hat ihren Blick verändert.
In Istanbul sieht man Frauen mit bauchfreien Oberteilen und kurzen Röcken, die sich eine Abaya überziehen und Gott Richtung Kaaba anbeten. Isra wehrt sich gegen Denkschablonen, gegen die Reduzierung der Frauenfrage auf die Kleidung. Gegen die Übernahme von patriarchalen Erklärungsmustern, besonders von Frauen gegenüber Frauen. Wurden die türkischen Frauen durch die ""Entschleierung"" unter Atatürk tatsächlich befreit? Und wie sieht das heute aus? Zur Diskussion über diese Fragen lädt die Veranstaltung ein.
Begrenzte Gruppengröße, daher nur mit Anmeldung: renate.wegener@gmx.de







Interreligiöses Gebet am 15. Mai 2020
Zusammenhalten in besonderen Zeiten
Die Kontaktsperre hat alle kalt erwischt, auch uns vom Café Abraham. Zusammen mit der Friedenskirche hatten wir eine gemeinsame Lesung in Niederschönhausen geplant, gleich zum Beginn des Ra-madan. Wir wollten wie im letzten Jahr zusammen mit Gästen aus dem Interkulturellen Zentrum für Dialog und Bildung e.V. aus Koran und Bibel lesen, gemeinsam in der Kirche beten und mit dem Sonnenuntergang zusammen das Fastenbrechen. Der Ramadan als Gelegenheit, sich zu begegnen, sich kennenzulernen. Gekommen ist es anders. Coronakrise. Globaler Lockdown. Allgemeine Schockstarre. Alles schien wichtiger als der interreligiöse Dialog. Nichts schien mehr möglich. Dann kam nach Ostern die Meldung, die Gebetshäuser dürften wieder öffnen, mit Hygieneauflagen.
Das erste Signal kam aus der Moschee. Imam Dr. Khaled Al-Seddiq lag es sehr am Herzen, besonders in diesen verwirrenden Zeiten eine Botschaft des Zusammenhalts zu senden und sprach die Einladung zu einem gemeinsamen Gebet bei sich in seiner Moschee aus. Pfarrer Eike Thies, der mit Dr. Khaled Seddiq im Herbst vorigen Jahres das ge meinsame Fotoprojekt »Gebetsbilder« organisiert hatte, war sofort begeistert. Aus der Gemeinde der Synagoge am Fraenkelufer in Kreuzberg konnte der angehende Rabbiner Josh Weiner gewonnen werden. Josh Weiner ist in Jerusalem und London aufgewachsen. Jetzt ist er im fünften und letzten Jahr seiner rabbinischen Ausbildung am Zacharias-Frankel-College.

Aus dem Dialog wurde ein Trialog. Es gibt keine liturgischen Vorgaben für solch ein Unternehmen. Wie sollen wir eine solche Begegnung gestalten? Mit traditionellen Gebeten? Wer zieht was an? Wie gehen wir mit den Hygienevorschriften um? Es ist unbekanntes Terrain für uns alle. Es wurde eine bewegende gemeinsame Stunde. In der Runde saßen die Pankower Teilnehmer*innen des Gesprächskreises »Café Abraham« und vor allem die Frauen aus der muslimischen Frauengruppe der Moschee. Sind es immer die Frauen, die die Gemeinde zusammenhalten? Die drei Theologen berichteten aus ihrem Gemeindeleben, wie ungewohnt es ist, in leeren Gebetshäusern zu stehen, zum Pessachfest, zu Ostern, zum Ramadan. Normalerweise kommen im Wedding zum täglichen Gebet bis zu 1200 Betende zusammen, anstatt der jetzigen 50 Menschen. Auf dem türkisfarbenen Teppichboden sieht man die Klebestellen für die Betenden. Josh Weiner verwies auf die 3000 jährige Geschichte seines Volkes. Jüdinnen und Juden sind es gewohnt, in den Traditionen und Schriften Hinweise für den Umgang mit kritischen Situationen zu finden. Das sei ein Vorteil. Die jüdische Geschichte ist reich an Erfahrung mit allen erdenklichen Nöten: Krieg, Hunger, Vertreibung. Immer gibt es Rituale der Gemeinschaft, um Trost zu finden. Nun – die verweigerte Gemeinschaft. Physische Isolation – das hat es in der 3000 jährigen Geschichte noch nicht gegeben. Damit einen Umgang zu finden, war sehr schmerzhaft. In seiner Synagoge dürfen jetzt wieder 23 Menschen zum Gebet zusammen kommen – der Raum ist klein. Schwer war es für ihn, zu sehen, wie Trauernde in der 7-tägigen Totenwache allein bleiben mussten, wo es eigentlich üblich ist, dass die Gäste Essen bringen, die Hinterbliebenen umsorgen, mit ihnen weinen und beten. Er erinnerte an die Situation in Halle, viele seiner Freunde waren während des Anschlags in der Synagoge. Wie schwer es ist, diese Erfahrung zu verarbeiten. Er erinnerte an die Anschläge in Hanau. Gemeinschaft kann Trost und Kraft spenden. Vor allem deshalb sei er gekommen.

»Sei mir gnädig, Gott, sei mir gnädig! Denn auf dich traut meine Seele, und unter dem Schatten deiner Flügel habe ich Zuflucht, bis das Unglück vorübergehe. Ich rufe zu Gott, dem Allerhöchsten, zu Gott, der meine Sache zu einem guten Ende führt.« (Psalm 57, Vers 2-3). Mit diesem Bibelwort antwortete die kleine Runde aus Muslim*innen, Christ*innen, Jüdinnen und Juden gemeinsam auf die vorgetragenen Gebete auf Arabisch, Hebräisch und Deutsch. Es fühlte sich selbstverständlich an. Gemeinsam in dieser kleinen Runde im muslimischen Gebetsraum mit den schönsten Gottesnamen auf Arabisch als Kalligrafien an den Wänden, in der vierten Etage eines unscheinbaren Gebäudes in einem Gewerbegebiet. Wir hatten vorher darüber gerätselt, wie verstehen wir dieses Tref-fen, beten wir nebeneinander, miteinander, jede Glaubensgruppe für sich? Mir scheint, in dieser Stunde gab es keinen Zweifel – wir sind Kinder eines Gottes, einer gemeinsamen Schöpfung und stehen gemeinsam in der Verantwortung im Umgang miteinander – dieses Gebet war ein gemeinsamer Ruf!Wir verabschiedeten uns mit dem Friedensgruß Shalom, Salam, Friede sei mit uns!
Renate Wegener, Café Abraham




Einladung zu einem Filmnachmittag am 18.1.2020 im IZDB,
Drontheimer Straße 32a um 16:00 Uhr
»Inschallah«, Deutschland 2015-2017
Dokumentarfilm von Antje Kruska und Judith Keil
anschließendes Gespräch mit Bettina Jarasch von Bündnis 90/Die Grünen, Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin, Sprecherin für Integration und Flucht und für Religionspolitik und dem Imam Mohamed Taha Sabri
Die Filmemacherinnern Judith Keil und Antja Kruska haben den Berliner Imam Taha Sabri 1,5 Jahre mit der Kamera begleitet. Der Deutschlandfunk titelte 2017 über diesen Film »Ein Berliner Imam zwischen den Fronten«. Obwohl die Listung seiner Moschee (Darressalam Moschee) durch den Verfassungsschutz inzwischen durch einen gerichtlichen Beschluss aufgeboben wurde, sieht sich Imam Sabri immer wieder mit Islamismusvorwürfen konfrontiert. Wir zeigen diesen Film in den Räumen der IZDB im Wedding, denn die Darressalam Moschee und die IZDB sind eng befreundet und auch im Wedding gilt Imam Sabri als zentraler Akteur in der muslimischen Gemeinschaft Berlins. Nach der Filmvorführung wollen wir zusammen mit Bettina Jarasch über aktuelle Entwicklungen in der Islampolitik reden: Eindrücke. Möglichkeiten. Grenzen.
Anmeldungen möglich unter: renate.wegener@gmx.de
Die Moschee ist schwer zu finden. Wer die Räume der IZDB noch nicht kennt, bitte den Treffpunkt unter der genannten Mail Adresse erfragen. Wir gehen dann zusammen.



Café Abraham
Dienstag, 7. Januar 2020 | 19 Uhr | Gemeindehaus | Café Abraham
Berichte aus dem Irak. Vincent Haiges
Seit zwei Jahren lebt und arbeitet der Fotograf Vincent Haiges im Irak. Er dokumentierte den Wiederaufbau des Landes nach dem Krieg gegen den Islamischen Staat, Bagdads kurze Rückkehr zur Stabilität und zuletzt die schweren Proteste im Land. In seiner Arbeit probiert er, die oft unter- schiedlichen Realitäten dieses Landes und seiner Bewohner einzufangen. Er dokumentierte dort im Auftrag von Al Jazeera, Deutsche Welle, Chrismon, WOZ – Die Wochenzeitung, Die Zeit, Japan Photojournalism Daily, Neue Zürcher Zeitung und dem Tagesspiegel....
Bei dem Vortrag im Gemeindehaus Pankow wird er einen Querschnitt seiner Arbeiten der letzten zwei Jahre zeigen.



Café Abraham
Sonnabend, 2. November | 17 Uhr
Gemeindehaus des
Lutherhauses Pradelstraße 11
Seminar mit Dr. Thomas Würtz
Thema: »Sayyid Qutb und seine Schrift 'Meilensteine'. Kapitalismuskritik, islamische Utopie oder der Weg in die Radikalisierung?«
Immer wieder wird den verschiedenen muslimischen Gemeinschaften reflexhaft eine Nähe zu den Muslimbrüdern unterstellt, mit Drohgebärde und dem Ruf nach dem Verfassungsschutz. So wird diffuse Angst produziert. Was ist übertrieben, was ist gerechtfertigt? Wer sind die Muslimbrüder? Hier tut Aufklärung Not!

Sayyid Qutb (1906 – 1966), erst von Präsident Gamal Abdel Nasser sehr geschätzt, wurde unter dem Vorwurf der Verschwörung gegen den Staats-präsidenten vor Gericht gestellt und hingerichtet. Er gilt als der Theoretiker der Muslimbrüder. Vor 55 Jahren erschien seine Schrift »Meilensteine«. Sie gilt als Urdokument des politischen Islams, charakterisiert durch ein »antiautoritäre Freiheitspathos, mit der [es] sich als Alternative zu Kommerz, Götzendienst und innerer Leere präsentiert« (https://taz.de/!800923/).

Dr. Thomas Würtz unterrichtet an der FU Berlin, Fachbereich Geschichts- und Kulturwissenschaften. Gleichzeitig arbeitet er in der katholischen Akademie als Wissenschaftlicher Referent. Ich freue mich sehr, dass ich ihn für dieses brisante Thema gewinnen konnte. Gemeinsam werden wir uns mit dieser Schrift kritisch auseinandersetzen.
Es wird um Anmeldung gebeten: renate.wegener@gmx.de

https://www.katholische-akademie-berlin.de/de/referenten/thomas-würtz/index.php
https://fu-berlin.academia.edu/ThomasWürtz



Café Abraham
Fastenbrechen am 31.05. um 20:00 Uhr
im Garten / Gemeindehaus der Friedenskirche
Ein gemeinsames Fastenbrechen, zusammen mit den Geflüchteten hatte es nun schon öfter gegeben. Aber diesmal wollten wir mutig sein. Wir hatten schon so oft über unseren jeweiligen spirituellen Hintergrund geredet – nun wollten wir versuchen, gemeinsam in einem spirituellen Raum eine gemeinsame Form zu finden, um die Gemeinsamkeit in unserem Glauben zu praktizieren. Und Imam Dr. Khaled Seddiq war bereit! Umrahmt von der Choralvariationen „Ach wie flüchtig, ach wie nichtig“ von J.S.Bach, gespielt von Rudite Livmane, wurden in drei Blöcken Texte aus den Psalmen und der Maryam Sure über die Geburt Jesu gelesen, jeweils auf Deutsch und Arabisch. Tina Rupprecht fand die passenden Worte zur Einleitung, schön - wie in der Kirche sich die alten Texte ergänzten und den Raum füllten. Wunderbar die Koran-Rezitation, die sich der Imam mit Aya, einer Medizinstudentin aus seiner Gemeinde, teilte. Unsere Weddinger Gäste haben spontan die von Ruth Misselwitz und Imam Khaled gesprochenen Gebete und Segen übersetzt. Ergriffen und froh haben wir diese Stunde erlebt, auch die Skeptiker unter uns!

Parallel dazu wurde in der Küche eifrig gekocht und pünktlich zum Sonnenuntergang um 21:18 Uhr ging es zum Essen. Leider war das Wetter nicht stabil, also kein Picknick im Garten. Aber im Gemeindehaus fanden alle Platz. Ich denke alle Gäste sind satt geworden.

Nächstes Jahr wieder!


Interreligiöser Dialog
Rede von Renate Wegener, »Café Abraham« beim Iftar (Fastenbrechen) im Juni 2018 in der IZDB-Moschee

Salam Aleykum, lieber Dr. Khaled Al Seddiq, lieber Gemeindevorstand der IZDB Moschee, liebe Gäste!
Ich grüße Sie im Namen der Kirchengemeinde Alt-Pankow – im Namen unserer Initiative »Cafe Abraham«. Unsere Initiative wurde von Mitgliedern unserer beider Gemeinden, Ihrer Moschee und der Kirchgemeinde Alt-Pankow ins Leben gerufen. Sozusagen ein Dialog von unten, erst ohne theologische Begleitung, dann mit gelegentlichem Beistand. Erst in meiner Küche, dann in den Gemeinderäumen in der Breiten Straße. Seit anderthalb Jahren lesen wir gemeinsam im monatlichen Rhythmus Texte aus Koran und Bibel.
Daham, von Anfang an dabei, hat die Brücke zu Ihnen geschlagen, zu seiner Moschee. Wir waren im März das erste Mal bei Ihnen in der Drontheimer Straße zu Gast, Dr. Khaled Al Seddiq hat uns im April in Pankow besucht. Wir haben zusammen die Joseph-Sure gehört – die schönste aller Geschichten. Unvergesslich!
Wir haben uns sehr über die Einladung zum heutigen Iftar gefreut und bedanken uns sehr herzlich dafür. Rabia hat mich gebeten, ein paar Worte zum Motto des heutigen Abends zu sagen, über die Vielfalt. Über die Einheit. Über das, was uns verbindet.

Natürlich, und das ist offensichtlich: Uns verbindet die Nachbarschaft! Wir begegnen uns auf den Straßen in Berlin. Wir leben in derselben Stadt! Wenn die Pankower den nächsten Supermarkt mit türkisch/arabischen
Lebensmitteln suchen, dann fahren sie natürlich in die Brunnenstraße. Wenn sie Gegrilltes essen wollen, dann zum U-Bahnhof Pankstraße. Wir sehen uns im Sommer beim Picknick in den Berliner Parks. Unsere Kinder
besuchen dieselben Schulen… Wir leben im selben politischen Kontext! Wir stehen in der gemeinsamen Verantwortung für die Zukunft unserer Kinder und Enkelkinder! Die Geschehnisse seit 2015 haben nicht nur einen gesamtgesellschaftlichen Diskurs angestoßen, sie haben auch unser Leben verändert! Wir aus Pankow haben in den Neuberlinern gute Freunde gefunden.
Ihre Gemeinde hat durch den Zuzug der Geflüchteten viele neue Gemeindemitglieder bekommen. Sie haben Ihren Gebetsraum verdoppeln müssen und der Umbau ist tatsächlich rechtzeitig zum Ramadan fertig geworden. Respekt!

Über die theologischen Aspekte, die Einheit in der Vielfalt der Gottesbegriffe – darüber werden viele kluge Bücher geschrieben, Podiumsdiskussionen geführt. Der interreligiöse Dialog. Es gibt Vortragsreihen in der katholischen Akademie, das House of One. Die Initiative Schalom-Salam aus Neukölln, Gesprächskreise…
Letztes Wochenende fand in der Osterkirche ein gemeinsames Iftar statt. Wir sind Teil einer Bewegung. Ja natürlich, unsere Religionen sind aus einem lebendigen Dialog heraus entstanden. Öffnet man sich diesem Dialog, dann ändert sich der Blick auf den eigenen Glauben! Und der religiöse Hochmut weicht einem Staunen über das Miteinander-Wachsen auch im Spirituellen. Besonders wer in Berlin wohnt, der weiß, dass Religiösität, Frömmigkeit hier eine besondere Herausforderung sind. Es gibt einen enormen Säkularisierungsdruck. Wir evangelischen Christen antworten darauf, indem wir eine intellektuelle metaphysische Synthese
versuchen. Die Sehnsucht nach Spiritualität führt zu Antworten in den verschiedensten Formen: Musik, Kunst, Philosophie. Wer Navid Kermani gelesen hat, weiß, dass wir diesen Weg als Christen und Mus-lime auch gemeinsam gehen können. Diese Erfahrung macht neugierig, wie die Antwort auf die Moderne auch aussehen kann. Ich sehe, wie Ihre muslimische Glaubensgemeinschaft wächst. Ich bin nicht bereit, darauf mit Angst und Furcht vor Überfremdung zu reagieren. Nein! Ich freue mich für Sie und Ihre Gemeinde! Und ich bin neugierig! Ihre Einladung zeigt, Ihre Türen stehen offen – auch für die Skeptiker unter uns!
Unsere muslimischen Freunde zeigen uns, dass sie Halt und Identität in der Tradition finden – in den religiösen Ritualen, in der Familie. Das beeindruckt.

Was ist meine Vision von einem zukünftigen Dialog?
Zwischen Pankow und Wedding? Kann, soll es weitergehen mit unserer Initiative »Café Abraham«? Ich denke, nach 11/2 Jahren Blättern in den Heiligen Büchern freue ich mich auf eine Atempause. Ich denke, dem Dialog tut es sehr gut, wenn er den Charakter einer Initiative behält. Eigentlich dachte ich, so, jetzt ist es auch wieder gut. Aber dann passieren diese Dinge mit Herrn Söder und seinen Kreuzen. Vielleicht gelingt es, den Impuls weiter nach außen zu tragen, in den Pankower und Weddinger Kiez. Heute sind zusammen mit mir viele Interessierte gekommen und ich weiß von Weiteren, die gern gekommen wären. Aus
dem Netzwerk Pankow-Hilft, aus dem Bezirksamt Pankow. Es gibt sie – die Neugier aufeinander. Aber auch die Skepsis. Die Angst, die Sorge – jeder Dialog, jeder Diskurs ändert die Gesellschaft. Sofort gibt es da
den Impuls der Abgrenzung. Der Impuls des sich Abgrenzen- Wollens, des sich Verteidigen-Müssens führt bis ins Parlament! Das erschreckt mich. Aber wir wollen lauter sein – so wie jüngst auf den Berliner Straßen: fröhliche 25.000 Berliner für eine »Offene Gesellschaft«! Von allen Seiten zum Brandenburger Tor! Wir träumen von einer Gesellschaft in Frieden und Gerechtigkeit, ohne Diskriminierung auf Grund der Geschlechter, der Familienmodelle, der bevorzugten Lieblingssprache, der Religion.

Unsere Demokratie ist noch jung – wir hier in Deutschland leben genaugenommen erst seit dem Fall der Berliner Mauer selbstbestimmt, seit dem Fall des Eisernen Vorhangs, der eigentlich erst das Ende des 2.Weltkrieges besiegelt hat – und meine Generation weiß das überaus zu schätzen.
Für mich steht die große Frage im Raum: Wird es gelingen, den Traum von einer gerechten Welt gemeinsam zu träumen, hier und jetzt? Lassen Sie uns Begegnungsräume finden. Wir sind noch im Schnuppermodus.
Aber wir sind neugierig, wir sind bereit! Das ist,unser Appell, der Appell unserer kleinen Gesprächsgruppe, ob Christ, Muslim, Jude oder Atheist: Wir gehören zusammen. »Keine Hetze im Namen der Religion – keinen Zentimeter den Hasspredigern dieser Welt«.

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